5 Gründe den Zuckerkonsum zu senken

Der deutsche Bürger verzehrt durchschnittlich 30 Würfelzucker am Tag. Seit Kurzem empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch eine starke Reduzierung der Zuckerzufuhr auf ca. 8 Würfelzucker pro Tag und auch der Ernährungswissenschaftler John Yudkin warnte bereits im Jahr 1972 vor den Folgen von Zucker: „Würde nur ein Bruchteil dessen, was wir über die Folgen von Zucker wissen, über irgendein anderes Lebensmittel bekannt, es würde sofort verboten.“ Klar, dass Zucker kein gesundes Lebensmittel ist und einen Beitrag zu unserer übergewichtigen Bevölkerung beiträgt. Doch warum wird es von Yudkin und der WHO derart verteufelt? In diesem Artikel möchten wir euch die wichtigsten Fakten erläutern, warum wir mit Zucker in unseren Speisen sparen sollten, auch wenn wir keine „Figurprobleme“ haben.

1. Zucker löst suchtähnliche Symptome aus

Die Lust auf Süßes ist uns in die Wiege gelegt. Tief in uns sitzt noch immer der Urmensch, der weiß, dass süße Früchte oder Honig einen wichtigen Energieschub versprechen. Zuckerkonsum löst in unserem Gehirn die Freisetzung von Dopamin aus, einem Botenstoff, der das Belohnungssystem aktiviert. Für einen kurzen Moment macht Zucker somit wirklich glücklich und verschafft uns Antrieb. So kommt es, dass wir uns in psychisch stressigen Situationen, wenn der Serotonin- und Dopamin-Spiegel im Körper reduziert ist, unterbewusst nach diesem Glücksschub sehnen und zur Schokolade greifen. Das Glücksgefühl bleibt jedoch nur solange erhalten, bis der Blutzuckerspiegel wieder abgefallen ist.

 

2. Ein hoher Zuckerkonsum korreliert mit Übergewicht und Diabetes Typ 2

Normalerweise wird Zucker als Energiequelle für Muskeln und Nervensystem verwendet. Zu viel Zucker wandelt der Körper jedoch zu Fett um, das er als Reserve abspeichert. Der negative LDL-Cholesterinwert steigt an. Es ist also ein Irrtum zu glauben, nur aufgenommenes Nahrungsfett wird im Körper zu Fettpölsterchen umgewandelt. Verfechter der Zuckerindustrie leugnen den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Zucker vehement. In verschiedenen Entwicklungsländern, die erst seit kurzer Zeit Zugang zu Lebensmitteln wie Coca Cola und anderen Naschereien haben, ist jedoch erkennbar, dass die Häufigkeit von Adipositas zunimmt. Eine mögliche Korrelation zwischen Zucker und Übergewicht ist also erkennbar.

Übergewicht wiederum ist ein Risikofaktor für Typ 2-Diabetes. Die Stoffwechselerkrankung entsteht, wenn Körperzellen nicht mehr in der Lage sind Glucose aufzunehmen und den Blutzuckerspiegel zu senken, die Zellen sind insulinresistent. Nur die Reduktion von Zucker im Ernährungsplan, ausreichend Bewegung sowie eine medikamentöse Behandlung helfen die ernst zunehmende Erkrankung in den Griff zu bekommen. Da Typ-2-Diabetes anfänglich mit unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, starkem Durst und trockener Haut einhergeht, wird sie oft jedoch nicht rechtzeitig erkannt. Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann in einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nervenleiden resultieren. Diese Folgeerkrankungen geben oft erst den entscheidenden Hinweis auf die Typ-2-Diabetes-Erkrankung.

 

3. Zucker führt zu einer schnelleren Zellalterung

Daneben kann Zucker bewirken, dass Körpergewebe wie Haut, Arterien und andere Organe schneller altern. Wird Zucker von Körperzellen aufgenommen, ist er in der Lage Querverbindungen mit den Proteinen des vorliegenden Gewebes zu bilden. Je mehr Querverbindungen mit der Zeit entstehen, desto steifer und spröder wird das Gewebe. Letztendlich kann es seine Elastizität verlieren und zu Entzündungen neigen. Diese Zellalterung kann sich nicht nur in einer Faltenbildung äußern, sondern auch in einer verminderten Organfunktion, Schlaganfällen, Bluthochdruck, aber auch in speziellen Alterserkrankungen wie Grauer Star oder Rheuma.

 

4. Zucker kann Infektionen und Krebs begünstigen

Zucker heftet sich zudem an die weißen Blutkörperchen, die sehr proteinreich sind und hemmen deren Aktivität. Sie sind ein wichtiger Schlüssel für das Immunsystem, wehren Viren ab und warnen den Körper vor entarteten Zellen, aus denen Tumore entstehen können. Je geringer die Aktivität der weißen Blutkörperchen ist, desto mehr steigt die Erkrankungsgefahr.

Noch dazu erhöht ein hoher Blutzuckerspiegel die Ausschüttung von IG-F (Insulin-like Growth Factor), einem Wachstumsfaktor, der Insulin in seiner Struktur ähnelt. IG-F stimuliert den Stoffwechsel, was kurzfristig zu einem verbesserten Wohlbefinden führt. Langfristig können im Körper durch Wachstumsfaktoren jedoch Verschleißerscheinungen entstehen, die sich in Muskelschmerzen, Diabetes, Ödemen oder in Krebs äußern kann.

 

5. Zucker begünstigt Karies

Klebriger Zucker ist der beste Freund kleiner Kariesbakterien, einer besonderen Art von Streptokokken. Um ihre Population zu vergrößern, verstoffwechseln sie Zucker und andere Kohlenhydrate wie Stärke. Dabei entsteht ein saures Milieu (pH 4 – 5,5), in dem sich die Bakterien besonders wohl fühlen und in der Lage sind, sich an die Zähne zu heften. Der hohe Säuregehalt führt letztlich zu einer Entmineralisierung der Zähne, Karies entsteht. Mittlerweile sind in Deutschland nur ca. ein Prozent aller Erwachsenen frei von Karies.

Geschrieben von Xucker in der Rubrik Abnehmen, Allgemein, Diabetes, Gesundheit, LowCarb, Zähne