Der Mann fürs Xuckersüße: Christian Weiten
Foto: Patricia Teslenko

Der Mann fürs Xuckersüße: Christian Weiten

Interview: Anke Sademann (Berlinfaces)

Trinken Sie den Kaffee mit Milch und XUCKER?

Mit dieser Frage und dem breit auf der „Xunge“ liegenden X statt dem forsch zischenden Z auf der Zungenspitze serviert Ernährungsberater und Geschäftsführer von XUCKER, Christian Weiten, neben dem gleichnamigen natürlichen Zuckerersatz auch eine kleine Palette handlicher Schokotäfelchen zum dampfenden Heißgetränk. Die originellen Produktnamen Weißolade – klassisch oder crunch –, Xukkolade edelbitter oder Xalty Xaramel verführen sofort zum genussvollen Dazunaschen, lassen schmunzeln, machen neugierig – und schmecken köstlich. Sie sind Teil einer mittlerweile aus zahlreichen Produkten bestehenden XUCKER-Produktpalette, darunter auch Xaugummis, Frucht-Drops, Ketchup u.v.m.. Die Verpackungen in den leuchtenden Farben sind ansprechend und haben eine frische, lifestylige Anmutung. Das ist nicht verwunderlich, denn Weiten war in seinem früheren Leben Werber mit eigener Agentur und kennt sich bestens aus in Sachen Produktvermarktung. Außerdem verkauft er nur Sachen, die ihm selbst schmecken.

Viel wichtiger aber ist die Frage, was ist drin im xuckersüßen XUCKER-Spektrum? Und was hat es mit Xylit und Erythrit – als 100%ig natürlichen Zuckerersatz auf sich?

XUCKER Premium, Basic grob und fein (Xylit) oder lieber Light (Erythrit)? 

„Als meine Agentur 2009 eine Kundenanfrage hatte, ein süßes, aber gesundes Give-away zu entwickeln, begegnete ich dem paradoxen Universum Zucker in seiner ganzen Bandbreite. Ich recherchierte ausgiebig und kam zu dem erschreckenden Ergebnis, dass viele überaromatisierte und übersüßte Produkte mit vermeintlich gesundheitlichen Vorteilen beworben werden, aber das blanke Gegenteil bewirken. Auf keinem Produktetikett steht, dass der Zuckerkonsum Karies, Diabetes oder Bluthochdruck auslöst und sogar natürliche, unraffinierte Zuckerquellen (wie Rohrzucker und Honig mit seinem Glukose- und Fruktoseanteil) die Ausschüttung des Hormons Insulin bewirken, die langfristig auf bedenkliche Weise den Blutzuckerspiegel erhöhen, der zu Gefäßverhärtung und Diabetes führen kann. Zucker versteckt sich in vielen Lebensmitteln und oft ist einfach nur die Mischung mit anderen Inhaltsstoffen ungesund. „Vielleicht lag es an der Tatsache, dass ich gerade Vater geworden war, vieles anders hinterfragte und jedes Lebensmitteletikett studierte. Jedenfalls machte es sofort Klick und das wissende Gefühl, auf meiner Suche nach etwas Anderem endlich in meinem Thema gelandet zu sein, hält bis heute an. Aus dem Drang heraus, der Welt meine Erkenntnisse weiterzugeben wurde die Marke XUCKER geboren – meine Lebensaufgabe.“

Auf seiner Suche nach Alternativen stößt Weiten auf dem Beipackzettel einer global bekannten Kaugummimarke auf das bereits seit den 70er Jahren bekannte, aber bewusst von der landwirtschaftlichen Industrie/Lobby zurückgehaltene Xylit (= Xylitol), eine aus Buchenholz oder Maispflanzenfasern gewonnene Zuckeralternative, der ohne jede Gentechnik in Finnland und China produziert wird. Verwertet werden dabei quasi nur die Abfallprodukte des natürlich nachwachsenden Rohstoffs Holz, der zu Zellstoffen wie Viskose, Lycra oder Papier verarbeitet wird. Aber Xylit kann mehr. Es pflegt die Zähne, verringert so das Kariesrisiko und enthält gleichzeitig 40 % weniger Kalorien als Zucker – bei gleicher Süße. Etwas später entdeckt Christian Weiten auch das von Japanern schon lange verwendete und kalorienarme Erythrit mit 70 % der Süßkraft von Xucker. Es kommt 2012 als XUCKER Light zum wachsenden Sortiment dazu. Dieser süße Stoff wird ganz natürlich durch Fermentation (also Vergärung) von Traubenzucker in Frankreich hergestellt und ist für Süßspeisen, Heißgetränke und zum Backen (in Puderform) das perfekte Süßungsmittel für alle, die es moderat süß und light mögen.

Expansion: Unendliche Weiten einer sich ausbreitenden XUCKER Landschaft

Christian Weiten experimentiert, backt, testet von Anfang an seine süße Entdeckungen selbst. 2009 bestellt er sein erstes Xylit, das anfangs noch sehr teuer und schwer zu bekommen ist, in kleinen Mengen. Er prüft über einen ersten Abverkauf bei Ebay und einen ersten eigenen Onlineshop die Bedarfslandschaft. Die ist groß und wächst in bahnbrechender Geschwindigkeit. Jedes Jahr zwischen 2009 und heute vollziehen sich wahre Quantensprünge. Aus zaghaften 100 kg werden schnell 11 t, und 2012 (erstmals mit Erythrit) 100 t. Heute gehen monatlichmehr als 40 t XUCKER-Warenbestand über den virtuellen Tresen – inkl. Schokolade und Bonbons (u.a. Xylit-Fremdprodukte), die optimiert und zu XUCKER-gebrandeten Produkten werden. „Wir sind Nachahmer, aber ahmen alles besser nach, da wir ganzheitlicher denken, am Geschmack arbeiten und auch kleine Einzelverpackungen meiden.“ Das XUCKER-Händlernetzwerk besteht heute aus ca. 600 Händlern im deutschsprachigen Raum, davon 400 Onlinehändler und 200 Shops (darunter auch ein paar BIOLäden). Xylit ist aufgrund der technisch aufwendigen Herstellung kein BIO-Produkt, verbraucht aber nicht mehr Energie als die klassische Zuckerraffination. 10 feste Outlets gibt es in Berlin, der Rest ist Endkundenbezug. Neben der Transparenz aller deklarierten Inhaltsstoffe werden Service und Beratung ebenso groß geschrieben wie eine menschenfreundliche interne Personalpolitik, nachhaltige Verpackungsmaterialien und Ökostrom. Die Firma expandiert und Anfang 2015 zieht Weiten in ein mehrere Tausend Quadratmeter großes Lager in die Bessemer Strasse um. „Kunden suchen und finden uns. Erst jetzt gehen wir in die klassische Kommunikation, da der Bedarf an Aufklärung, auch als eine Pflicht dem Konsumenten gegenüber, wächst. So langsam gewinnen auch sehr kritische Kunden Vertrauen in das Produkt. Irgendwann kann nicht mehr zurück zum Zucker mit Z, spätestens wenn man gesundheitlich merkt, wie gut es sich auch energetisch anfühlt“, so Weiten, der regelmäßig beim Halbmarathon mitläuft und mit Xylit seine Ausdauer steigert (die Muskeln ermüden nicht so schnell). Natürlich gehören für Weiten regelmäßige Bewegung, gute Ernährung und ausreichender Schlaf ebenso zum präventiven Gesundheitshabitus.

XUCKER gut – alles gut!

Wie paradox das Thema codiert ist, zeigt aber auch die Tatsache, dass die schneeweiße und eigentlich für Reinheit stehende Farbe von XUCKER vielen als zu chemisch erscheint und an den raffinierten Zucker erinnert. „Aber beim bösen Zucker nimmt man raus, was gut ist. Beim guten XUCKER nimmt man raus, was schlecht ist. Trotzdem bieten wir jetzt neuerdings auch braunes Erythrit an – BRONXE Tafelsüße mit Malz und Apfelextrakten – ein ebenso schmackhaftes wie psychologisch positiv konnotiertes Produkt.“
Ein feiner Geruch von Backwerk liegt in Weitens Küche in der Luft. Zum Kaffee gibt xuckerfein gebackene, gepuderte und mit knallroter Himbeermarmelade garnierte Vollkornwaffeln (Xylit oxydiert nicht!). Die mögen Weitens Kinder (auch als Pausensnack) besonders gern. „An den Kindern sieht man, wie leicht es sein kann, umzudenken. Oft haben die Eltern ihre Vorbehalte und alte Programme aus ihrer eigenen Kindheit im Kopf. Aber ich plädiere für einen Genuss ohne Reue mit dem richtigen Maß und dem richtigen XUCKER. Spaß, gesunden Lifestyle und Qualität liefern wir inklusive.“

Alle Produkte und Rezepte sind auf der Webseite www.xucker.de, bei vielen Onlineshops sowie einer ständig wachsenden Anzahl von Geschäften erhältlich. 

Von Tieren, vor allem von Hunden, fern halten! Für Katzen nach Angabe von XUCKER unbedenklich.

Geschrieben von Xucker in der Rubrik Allgemein, Unternehmen